Wie wähle ich meine Trauzeugin aus?

Eine Trauzeugin zu wählen kann eine schwere Entscheidung sein, vor allem wenn mehrere dir sehr nah stehende Menschen zur Auswahl stehen und du einen dem anderen vorziehen musst. Auch Familienmitglieder erwarten oft, diese Rolle einzunehmen. Erschwerend kommt hinzu dass du vielleicht auch schon mal Trauzeugin bei einer anderen Hochzeit warst und das Gefühl hast, du müsstest diesen Gefallen „zurückgeben“.

Versuche bei der Auswahl auf dein Gefühl zu hören. Deine Hochzeit ist deine großer Tag, deine Wünsche stehen an erster Stelle und deine Wahl sollte nicht von Pflichtgefühl oder schlechtem gewissen beeinflusst sein.

Du und deine Trauzeugin werdet viel Zeit miteinander verbringen und sie sollte dir in der Vorbereitungszeit der Hochzeit und während der Hochzeit organisatorisch und emotional zur Seite stehen Deine Trauzeugin sollte also ein Mensch sein, mit dem du dich wohl fühlst, dem du vertraust, der dir ehrlich seine Meinung sagt, dich beruhigt, wenn du nervös bist und der im besten Fall noch ein bisschen Organisationstalent mitbringt.

Schau dir doch mal unseren Artikel zur den Aufgaben einer Trauzeugin vor während und nach der Hochzeit an und überlege, zu welcher deiner Freundinnen, Geschwister oder sonstigen Kandidaten diese Rolle am besten passen könnte und wer die Aufgabe am besten meistern würde.

Mehrere Trauzeuginnen?

Natürlich kannst mehrere Trauzeuginnen ernennen – es ist deine Hochzeit, du entscheidest. Aber Vorsicht, auch diese Lösung birgt ihre Gefahren. Selbst wenn die beiden Erwählten sich gut verstehen, gibt es eben Aufgaben, die nur einer machen kann. Bei einer standesamtlichen Trauung gibt es zum Beispiel jeweils nur eine Zeile für die Unterschrift des Trauzeugen. Offiziell Trauzeuge vor dem Gesetz kann also nur eine Person pro Ehepartner sein. Die Entscheidung, wer „erste Wahl“ ist, steht also weiterhin an.

Schwierig wird es auch, wenn die beiden Trauzeugen sehr unterschiedlich sind oder sich nicht verstehen. Da sind Meinungsverschiedenheiten bei der Organisation vorprogrammiert. Wenn du deinen potentiellen Trauzeuginnen aber zutraust, dass sie sich nur auf dich und deinen großen Tag konzentrieren, können zwei oder mehrere eine schöne Variante sein und die Vorbereitung der Hochzeit noch lustiger und geselliger machen. Und wird so viele Aufgaben geben! Die lassen sich auch wunderbar aufteilen.

Checkliste für die Trauzeuginnen-Wahl

Das Wichtigste ist, dass du deiner Trauzeugin vertraust und dich bei ihr wohl fühlst. Wenn deine allerbeste Freundin und Seelenverwandte nun mal kein Organisationstalent ist oder extrem introvertiert, sollte dich das nicht zwangsläufig von der Wahl abbringen. In diesem Fall lohnt es sich aber, mit ihr zu sprechen und ihr zu sagen, dass du sie gerne wählen möchtest und ob sie sich der Aufgabe gewachsen fühlt und darauf Lust hast. Diese schöne Aufgabe soll ja auch für niemanden eine Bürde sein. Generell zählt aber: Herz über Verstand. Wenn du hin- und hergerissen bist, wird dir aber unsere Checkliste bestimmt die Wahl erleichtern:

  • Kannst du dich zu 100 % auf diese Person verlassen? Steht sie immer (und möglichst auch schon längere Zeit) an deiner Seite und wird sie es auch in diesem Fall tun?
  • Wird sie dir ehrlich Ihre Meinung sagen? Es stehen viele Entscheidungen an: Hochzeitkleid, Hochzeitsdeko, Einladungen etc. Es ist wichtig jemanden zu haben, der ehrlich zu dir ist, ohne seine eigene Meinung durchdrücken zu wollen.
  • Relevant vor allem bei beruflich sehr Eingespannten oder Eltern: Haben Sie überhaupt die Kraft und die Zeit, dich zu unterstützen?
  • Hat derjenige das Organisationstalent, die Ruhe und die finanziellen Mittel, um einen Junggesellinnenabschied oder einen Polterabend zu organisieren?
  • Wohnt die Person in der Nähe? Eine beste Freundin, die in Costa Rica wohnt, kann dir emotional zur Seite stehen, aber organisatorisch natürlich weniger.
  • Kennt die Person dich gut und kann die Entscheidungen, die sie alleine trifft, in deinem Sinne treffen? Weiß sie, ob du Gaudi in der Fußgängerzone und Stripper am Junggesellinnenabschied lustig oder unangenehm findest?
  • Und pragmatisch, aber wichtig, wenn derjenige offizieller Trauzeuge bei der standesamtlichen Trauung sein soll: Erfüllt die Person die gesetzlichen Anforderungen? Also ist sie volljährig, besitzt sie einen deutschen Personalausweis und spricht sie die deutsche Sprache? (wenn nicht, ist das kein Problem, aber dann benötigt ihr einen Übersetzer)

Die Frage aller Fragen

Natürlich kannst du einfach Fragen: „Hey, sag mal, willst du meine Trauzeugin sein“. Aber denk dran: Das ist einer dieser Momente. Ihr werdet noch in 20 Jahren daran denken und euch euch gemeinsam daran erinnern. Überlege also, ob du ihn nicht besonders gestalten willst. Wir haben ein paar süße und witzige Ideen für dich gesammelt:

Braucht man denn unbedingt einen Trauzeugen?

Natürlich wird dir ein Trauzeuge oder eine Trauzeugin die Vorbereitungszeit, den Junggesellinenabschied und die Hochzeit mit seiner oder ihrer Unterstützung hoffentlich erleichtern und die Zeit für dich zu einer unvergesslichen und schönen Erinnerung machen.

Es ist in Deutschland aber auch möglich, ohne Trauzeugen zu heiraten. Diese Angabe müsst ihr machen, wenn ihr beim Standesamt bei der Anmeldung der Hochzeit danach gefragt werdet. Wenn du die Entscheidung also nicht treffen möchtest, heirate doch einfach ohne Trauzeugin und ernenne einfach ganz viele Brautjungfern. Diese werden bei der standesamtlichen Hochzeit zwar nicht offiziell die Eheschließung mit ihrer Unterschrift bezeugen, aber stünden dafür alle gleich in deiner Gunst und können ebenso bei der Vorbereitung der Hochzeit helfen.

Wann sollte man seine Trauzeugin ernennen?

Am besten, du triffst die Entscheidung möglichst schnell nach dem Antrag. Natürlich sollte sie nicht übereilt sein, aber so eine Hochzeitsvorbereitung nimmt viel Zeit in Anspruch und startet mit langem Vorlauf vor der Hochzeit. Je früher deine Trauzeuge oder deine Trauzeugin dir hier zur Seite steht, umso besser.