Der Abschied aus dem Single- bzw. Junggesellinnenleben möchte ausgiebig gefeiert werden. Doch welche Form eignet sich am besten für deine Braut: Polterabend, Junggesellinnenabschied oder Bridal Shower? Wie fühlt sie sich am wohlsten? Wir stellen dir die gängigen 3 Konzepte vor und beleuchten die Unterschiede:

Was ist der Unterschied zwischen Polterabend und Junggesellinnenabschied?

Der Junggesellenabschied ist eine Tradition, die ganz ursprünglich aus dem antiken Griechenland kommt, in ihrer aktuellen Form aber eher von US-amerikanischen Bachelor Partys inspiriert ist. Dass auch Frauen diese Party ausgiebig feiern ist eine verhältnismäßig junge Tradition.

Natürlich gibt es sehr individuelle Vorstellungen und Wünsche davon, wie ein Junggesellinnenabschied ablaufen sollte und jede Braut und Trauzeugin haben da ihre eigenen Ideen. Der traditionelle Junggesellinnenabschied beinhaltet aber ausgiebiges Feiern, viel nackte Haut, z.B. im Stripclub, viel Alkohol und Spiele bzw. Aufgaben für die Braut. Er wird von der Trauzeugin organisiert und in der Regel von der Trauzeugin oder gemeinsam von allen Teilnehmenden (außer der Braut) bezahlt.

Der Polterabend ist in Deutschland die traditionellere Feier, war einige Jahre etwas aus der Mode, wird aber jetzt wieder vermehrt gefeiert. Man versteht darunter den Brauch, vor der Hochzeit durch das Zerbrechen von Steingut und Porzellan böse Geister zu vertreiben, die eine gute Ehe gefährden könnten. Der Name kommt vermutlich vom „Poltergeistabend“, wer mal auf einem Polterabend war, weiß das dieses Wort beim lauten Zertrümmern von Porzellan auch sehr wörtlich genommen wird. Es handelt sich oft um eine große Party im Freien, mit viel gemeinsamem Essen, Trinken und Tanzen. Der Polterabend wird meistens von den Eltern des Brautpaares organisiert und bezahlt.

Der Hauptunterschied ist, dass die Brautleute den Junggesellenabschied getrennt feiern, während der Polterabend gemeinsam gefeiert wird.

Must-Haves für den Junggesellinnenabschied

Das braucht ihr für den perfekten Polterabend

Was ist eine Brautparty?

Die Brautparty oder auch Bridal Shower ist eine relativ junge Tradition aus den USA. Sie wird zu Ehren der künftigen Braut gefeiert und ist eine Art Mottoparty, bei der die Braut ausgiebig beschenkt wird. Ähnlich wie bei einer Babyparty. Sie besteht vor allem aus Spielen, dem gemeinsamen Öffnen der Geschenke und Essen und Trinken.

Die Brautparty findet tendenziell eher am Tag oder am frühen Abend statt und im Unterschied zu vielen Junggesellinnenpartys stehen Alkohol und nackte Haut hier nicht im Vordergrund.

Feste Regeln gibt es nicht. Traditionell nehmen die weiblichen engen Freunde der Braut, weibliche Verwandte und die Mütter der Brautleute teil.

Zum Teil wird die Brautparty auch zusätzlich und nicht statt des Junggesellinnenabschieds gefeiert – als Gelegenheit, um sich als Braut von der älteren Verwandtschaft feiern zu lassen, die man nicht im Stripclub oder bei feuchtfröhlichen Bauchladenspielen in der Fußgängerzone dabei haben möchte.

Geplant und durchgeführt wird die Brautparty von der Trauzeugin oder der Mutter der Braut. Gezahlt wird die Party von den Organisatoren.

Einen festen Zeitpunkt für Bridal Showers gibt es nicht. Sie sollte nicht zu lange vor der Hochzeit stattfinden, damit die Braut schon in freudiger Hochzeitserregung ist und nicht zu kurz davor, damit der Last-Minute-Planungsstress die Party nicht überschattet. Unsere Empfehlung ist 4 bis 2 Wochen vor der Hochzeit.

Was brauchst du für die perfekte Brautparty?

Vor- und Nachteile JGA, Polterabend und Bridal Shower

Natürlich hängt viel von der individuellen Gestaltung der Partys ab. Man kann ja auch an seinem Junggesellinnenabschied einen gemütlichen Film-Abend in kleiner Runde machen oder eine ausschweifende Brautparty feiern. Wir gehen bei den Vor- und Nachteilen vom traditionellen, oben beschriebenen Verständnis dieser Partykonzepte aus.

JGA (Junggesellinnenabschied) – Vorteile

Wer gerne ausgiebig feiert und ausgeht, für den ist der JGA genau das Richtige und der wird einen unvergesslichen Abend mit deinen liebsten und engsten Freundinnen haben. Natürlich sollte auch nach der Hochzeit gemeinsames Feiern mit den Mädels erlaubt sein und wer hier den letzten Abend in Freiheit feiert, sollte vielleicht seine Vorstellung von der Ehe noch mal überdenken. Aber rituell das zumindest juristische Ende seiner Ledigkeit zu feiern, hat ja auch etwas Reinigendes und befriedigend Abschließendes.

Vielen Frauen fällt es auch schwer, sich in Gegenwart ihres Partners mal richtig gehen zu lassen oder nicht die verantwortungsvolle Gastgeberin spielen zu müssen. Bis zu einem gewissen Grad kann hemmungsloses Feiern ohne Partner und im Kreis einer Gruppe von lieben Menschen aber sehr viel Spaß machen. Wer seine Braut anlässlich ihres Junggesellinnenabschieds von ihren vermeintlichen Pflichten und inneren Limitierungen „befreien“ möchte, sollte daher eher den klassischen JGA statt den gemeinsamen Polterabend planen.

JGA – Nachteile

Wer sonst nicht gerne feiert und sich an diesem speziellen Abend verpflichtet fühlt, noch mal „die Sau rauszulassen“, ist mit dem Junggesellinnenabschied nicht gut beraten. Deine Braut wird wahrscheinlich früh müde sein, die Musik ist ihr zu laut und die Spiele peinlich.

Wir alle kennen außerdem Personen, die Alkohol nicht gut vertragen oder komplett hemmungslos werden. Um deiner Braut kurz vor der Hochzeit Ausrutscher zu ersparen, die letztlich der Hochzeit im Wege stehen, solltest du ihr in diesem Fall lieber zu einer der anderen beiden Varianten raten oder sehr gut auf sie aufpassen.

Polterabend – Vorteile

Vorteil des Polterabends ist vor allem, dass das verliebte Brautpaar zusammen feiern kann. Gerade wenn einer der beiden sehr eifersüchtig ist oder zu hemmungslosen Ausschweifungen neigt, kann das die entspanntere Variante sein. Den Abschied aus dem Junggesellendasein gemeinsam zu betrinken und sich auf das neue gemeinsame Kapitel zu freuen, kann ja auch charmant sein.

In lustiger Runde kommen hier auf jeden Fall auch die Feierwütigen auf ihre Kosten!

Polterabend – Nachteile

Wenn die Freunde von Braut und Bräutigam sehr unterschiedlich sind oder sich nicht verstehen, kann es sein, dass bei der Party nicht so richtig Stimmung aufkommt – egal wie sehr man sich bemüht, über die Differenzen hinwegzusehen. In diesem Fall ist eine der beiden Varianten mit getrennten Feiern besser geeignet.

Brautparty – Vorteile

Wenn deine Braut eher in gemütlicher Runde zusammen sitzt, mit engen Freunden oder der Familie lacht und in entspannter Atmosphäre Fingerfood vom Buffet nascht, liegen die Vorteile hier auf der Hand. Die Brautparty ist ein Setting, in dem sie sich wohl und entspannt fühlt.

Brautparty – Nachteile

Gerade wenn die Familie dabei ist und Rücksicht auf verschiedene Altersgruppen genommen werden muss, kann es schnell langweilig werden. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Am besten, ihr versucht die Stimmung mit lustigen, aber geschmackvollen Spielen aufzuheitern. Und ein paar Gläschen Sekt heitern in der Regel auch die mürrischste Tante auf.